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Meulín, Chiloé

Von Castro auf Chiloé aus sind wir mit Bus und Fähre nach Achao gefahren. Dort ist nicht mehr viel außer Strand und einer Kirche, aber wir wollten’s diesmal richtig wissen und sind mit einem gerade im Hafen liegenden Boot nach Rücksprache mit dem Bootsmann weitergefahren. Auf der Überfahrt (ca 2 Stunden) wird es wegen des Seewindes auch bei sonnigem Wetter sehr frisch, wir mussten uns mit mehreren Lagen Kleidung sowie Wein etwas wärmen.

Beiboot

So kamen wir auf die Insel Meulín, wo wir uns von Don Manuel wie vorher abgesprochen eine Cabaña für 5 Leute gemietet haben. Strom gibt’s nur abends aus dem Generator, fließendes Wasser unregelmäßig (und, da wir kein Gas hatten, nur kalt). Dafür Ruhe, Abgeschiedenheit und eine schöne Küste mit Felsen, Fischerbooten und der obligatorischen Lachsfarm.

Meulin

Auf der Insel kann man nur das Nötigste kaufen, wir hatten aber vorher gefragt und daher u.a. einige Dinge für eine gute Grillsession mitgebracht. Am nächsten Tag wurde die Küste der Umgebung erkundet. Hier einige Eindrücke:

Seevogel
Seevogel

Boote
Boote am Strand

Auf der Insel kamen wir uns schon fremd vor, es war soetwas wie eine andere Welt.

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang

Die 3 Tage waren wunderbar, und auf dem Rückweg sehnte ich mich gerade wieder ein wenig nach Zivilisation.

Castro, Chiloé

Castro ist die Hauptstadt der Insel Chiloé, die man von Norden aus über Puerto Montt problemlos mit einer Fähre erreichen kann. Sie liegt wie viele der von uns bereisten chilenischen Städte am Meer und es gibt einige günstige Unterkünfte mit fantastischem Ausblick sowie günstige Restaurants mit guten Meeresfrüchten. Die Stadt hat außer der Kathedrale nicht viel wirklich Sehenswertes, aber eine nette Atmosphäre und viele schöne Gebäude, die im typischen Baustiel der Insel mit einer Art Holzziegeln verkleidet sind. Hier ein Bild der Kirche in Achao mit den Holzziegeln:

Chiloe Kirche

Von Castro aus kann man außerdem den Südteil des Nationalparks Chiloé mit dem Bus erreichen. Die Landschaft erinnert an Heide, viele der Bäume sind mit Moos und Flechten dicht bewachsen. Die Pfade, die an der Besucherbasis beginnen, sind allerdings nicht umbedingt spektakulär. Einer führt z.B. über ca. 1,5 km zum durch Dünen vom Park getrennten Strand.

Chiloe Strand

Der andere verliert sich auf dem Weg zu einem See durch nur an wenigen Stellen interessante Heidelandschaft. Wir haben den Zugang zum See schließlich über den anderen Weg an der Straße entlang gefunden, toll war es da nicht. Daher hier nur ein Bild von der Straße in Nahaufnahme. ;)

Chiloe Raupe

Der See direkt am Parkeingang ist schon besser. Um den Park wirklich zu genießen muss man wahrscheinlich mit eigenem Fahrzeug anreisen oder auf mehrtägigen Touren tiefer hineinkommen.

Chiloe Raupe

Osorno / Puyehue Nationalpark

Die Stadt Osorno haben wir hauptsächlich als Ausgangspunkt für den Besuch des Nationalparks Puyehue genutzt. Von hier sind es ca. 2 Stunden mit dem Bus zur Basisstation im Park, wo sich neben einigen mietbaren Blockhütten auch ein aus heißen Quellen gespeistes Schwimmbad befindet. Interessanter fanden wir die gut markierten Trekkingpfade, die ebenfalls hier starten.

Puyehue, Pfad

Trotz seiner Kürze (ein Spaziergang von 1200 m ohne Steigungen) liefert der direkt hinter den Quellen beginnende erstee Pfad einen guten Vorgeschmack. Man bekommt einige beeindruckende Bäume sowie die Stromschnellen des in der Nähe fließenden Flusses zu sehen. Auf diesen trifft man auch bei einer Umrundung der Basis in die andere Richtung.

Puyehue, Blüte

Der beste der kurzen Pfade ist 3600 m lang und beginnt hinter der Autobrücke auf der rechten Seite. Er führt auf dem gesamten Weg steil nach oben, nach 1800 Metern bietet sich ein spektakulärer Ausblick über die Umgebung. Dann steht der Rückweg auf dem selben, ebenfalls sehr gut markierten, Pfad an. Auf dem Weg sieht man riesige Bäume, viele Vögel und bekommt einen guten Eindruck von der Dichte des Waldes und der Umgebung. Ich fühlte mich zum ersten Mal auf der Reise wirklich wie in der Natur.

Puyehue Top

Valdivia

Valdivia ist zwar klein, hat aber definitiv Flair und ist einen Besuch wert. Sie liegt nahe der Mündung einiger Flüsse und hat einen Flusshafen mit dem obligatorischen Fischmarkt, an dem neben Fischverkäufern und einigen Touristenbooten auch Seelöwen rumhängen.

Valdivia Port

Außerhalb der Stadt, die vor allem aufgrund des dramatischen Erd- und Seebebens in den 1960er Jahren bekannt ist, gibt es eine beeindruckende Flusslandschaft. Es ist schon erheblich grüner als in der Gegend um Santiago und die Region ist gepraegt von der Holzverwertung.

In der Umgebung gibt es einige Ruinen spanischer Forts, die wir an zwei Tagen mit einer Bustour und einer längeren Tour mit einem Boot besichtigt haben. Zu sehen gibt es neben der tollen Landschaft auf dem Weg vor allem die Kanonen, denn fast alle Gebäude sind verschwunden, meist stehen nur noch die äußeren Festungsmauern.

Valdivia Fort

Concepción

In der hauptsächlich für ihre Universität bekannten Stadt Concepción steht nicht gerade der Eiffelturm. Wir sind etwas durch die Innenstadt gelaufen und haben ansonsten eher die Umgebung der Stadt besucht. Mit dem Bus ging’s problemlos in etwa einer Stunde nach Lota, um die seit geraumer Zeit stillgelegten Kohleminen anzusehen. In Lota scheint sonst auch nicht viel los zu sein, aber immerhin gibt es das Meer:

Lota

Also ging es ziemlich direkt in die Kohlemine, man kann problemlos von der Haltestelle zu Fuß hinlaufen. Die Führungen machen ehemalige Minenarbeiter, die eindringlich von den schlechten Arbeitsbedingungen in der Mine zu berichten wissen. Hier sind wir am Eingang der Mine:

Lota Kohlemine

Im Anschluß sind wir in einer gefühlt endlosen Busfahrt in die Hafenstadt Talcahuano gefahren und dort im Halbschlaf am Hafen angekommen. Auf einer Hafenrundfahrt kann man die imposante Seelöwenkolonie und einige Schiffe sehen, auch ein von den Peruanern im Salpeterkrieg erbeutetes Kriegsschiff, falls man auf sowas steht.

Seeloewen, Talcahuano

Interessanter ist es, den Seelöwen am Fischmarkt zuzusehen, die von den Fischern mit Fischresten in großen Mengen besänftigt werden und diese gierig verschlingen. Der Hafen ist ganz nett und man kann sich in der Markthalle gegenüber mit Meeresfrüchten aller Art für die Rückfahrt stärken.

Hafen Talcahuano